JvdLJun.-Prof. Dr. Joana van de Löcht
Rolle im Projekt
Jun.-Prof. Dr. Joana van de Löcht – Projektleitung
Joana van de Löcht leitet die Emmy-Noether-Gruppe LitLIA und verantwortet die wissenschaftliche Gesamtkonzeption des Projekts. Sie koordiniert die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Kooperationspartner:innen und betreut die Dissertationsprojekte, die innerhalb des Projektkontextes entstehen.
Im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts erscheint auf dem deutschen Buchmarkt eine wachsende Anzahl an Texten, die versuchen, sich auf Witterungsphänomene insgesamt sowie auf konkrete Witterungsereignisse einen Reim zu machen. Einer davon ist Michael Bapsts „Wetterspiegel" (1589), in dem der lutherische Pfarrer die zeitgenössischen Erklärungsansätze zur Entstehung, Bedeutung sowie zum Schutz vor Wetter nebeneinanderstellt. Ausgehend von Bapsts Schrift erschließt die Arbeit in ihrem ersten Teil die frühneuzeitlichen Vorstellungen vom Wetter und zeigt es damit als boundary object, über das in konfessionellen, naturkundlichen, ökonomischen und dämonologischen Diskursen verhandelt wird. Ein besonderes Interesse kommt in diesem Zusammenhang populären Wissensbeständen und Praktiken zu. Im Anschluss an die protestantische Vorstellung, dass der Gläubige angesichts widrigen Wetters beten und singen solle, rückt im zweiten Teil der Studie die Gattung des Lieds und die Praxis des Singens in den Mittelpunkt. In mehreren Fallstudien zu Beispielen aus der Zeit vom 15. bis 18. Jahrhundert werden Wetterlieder in ihren jeweiligen Kontexten untersucht und ihre Funktion zwischen Informationsmedium und Affektregulation rekonstruiert.

Vorträge
Panels, Workshops, Tagungen
Artikel
Lehrveranstaltungen im Projektkontext
Bislang keine Lehrveranstaltungen im Projektkontext.
