MJAMarvin Jonathan Asmussen
Rolle im Projekt
Marvin Jonathan Asmussen – Dissertationsprojekt Lyrik
Marvin Jonathan Asmussen untersucht in seinem Dissertationsprojekt, inwiefern Wetterdarstellungen in der Lyrik des 17. und 18. Jahrhunderts als realistische Wiedergaben klimatischer Bedingungen der Kleinen Eiszeit gelesen werden können. Er arbeitet eng mit der Projektdatenbank zusammen und ist an der Texterschließung des LitLIA-Korpus beteiligt.
Zweitbetreuung: Prof. Dr. Dirk Werle, Universität Heidelberg
Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, ob sich Elemente der Wetterdarstellung in Gedichten der frühen Neuzeit als Reaktionen auf historische Witterungs- und Klimabedingungen erklären und so als Beispiel für das Eingehen von ‚Welt' in Dichtung lesen lassen. Den Rahmen der Untersuchung liefert die sogenannte ‚Kleine Eiszeit', eine klimahistorische Periode zwischen etwa 1350 und 1850, die sich durch ein weltweit kälteres Klima sowie eine Häufung von Wetteranomalien auszeichnet. Im Sinne einer problemgeschichtlichen Perspektive wird gefragt, ob Witterung und Klima Teil der Probleme sind, auf die eine frühneuzeitliche Dichtung reagiert und ob sich entsprechend ‚Spuren' der klimatischen Bedingungen, mit denen Menschen der frühen Neuzeit konfrontiert waren, in Texten der Zeit wiederfinden können.
Dabei werden in drei als historische Querschnitte angelegten Fallstudien neben Gedichten von Paul Fleming, Gertrud Möller und Barthold Heinrich Brockes auch poetologische und naturphilosophische Texte herangezogen, um die Lizenzen einer ‚realistischen' Naturwahrnehmung und -darstellung auszuloten. Damit wird letztlich eine Metaperspektive verfolgt, die versucht, die Möglichkeitsbedingungen von ‚Klima- und Wetterspuren' in der Dichtung der frühen Neuzeit sichtbar zu machen.

